Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein Trend: Sie ist ein zentrales Element unserer Unternehmensstrategie und bietet spannende berufliche Perspektiven. Doch wie gelingt der Einstieg in den Nachhaltigkeitsbereich eines grossen Unternehmens wie Coop? Welche Studiengänge sind geeignet, wie sieht der Arbeitsalltag aus und welche Fähigkeiten sind gefragt? In diesem Blogartikel gibt Andrin persönliche Einblicke in seinen Karriereweg als Projektkoordinator. Er erzählt, wie er zu seinem Job gekommen ist, welche Themen ihn aktuell beschäftigen und warum Geduld, vernetztes Denken und Freude an komplexen Fragestellungen entscheidend sind. Ein authentischer Blick hinter die Kulissen eines vielseitigen und sinnstiftenden Berufsfelds.
Das spannende an meinem Job ist, dass kein Tag gleich ist. Es gibt eine gewisse Saisonalität, wie beispielsweise in den Monaten Januar und Februar, in welchen wir stark zuhanden unseres Nachhaltigkeitsberichts arbeiten.
Konkret besteht natürlich auch in meinem Job ein grosser Teil darin, E-Mails zu beantworten sowie in internen und externen Meetings neue Projektideen, Weiterentwicklungen spezifischer Nachhaltigkeitsstrategien und Updates zu bestehenden Projekten zu besprechen.
Mich begeistert die Vielfalt an Themen, welche ich in meinem Job bearbeiten kann und entsprechend auch die hohe Komplexität, die sie inhärent mit sich bringen. Ausserdem ist in einem solch grossen Unternehmen wie Coop nie ausgelernt – sei dies mittels Besuchen von Tochtergesellschaften und Produktionsbetrieben bis hin zum Verständnisgewinn von hochkomplexen Prozessen, die alle irgendwie zusammenhängen.
In meinem Fall kam ich über ein erstes Praktikum und danach einer weiteren internen Station als Projektleiter Nachhaltigkeit für frische Früchte & Gemüse zur Gelegenheit meine heutigen Dossiers übernehmen zu können.
Grundsätzlich kommt man via entsprechender Qualifikation / Ausbildung und, wenn vorhanden, natürlich auch bereits Arbeitserfahrung zu diesem Job. Arbeitserfahrung ist in unserer Abteilung kein Muss, da unsere Jobs teilweise auch als Einstiegsjobs nach dem Studium geeignet sind.
Es gibt mittlerweile viele ähnliche Studiengänge, welche sich auf das Thema Umwelt / Nachhaltigkeit spezialisiert haben. Oft sind diese Studiengänge interdisziplinär aufgebaut. Ich habe beispielsweise den «Master of Sustainable Development» an der Universität Basel absolviert. Für unsere Jobs benötigt es ein vertieftes Verständnis von Nachhaltigkeitsprozessen, im besten Fall natürlich in Zusammenhang mit Food- oder Non-Food-Lieferketten oder im Bereich Klima. Dieses Wissen kann man sich über verschiedene Studiengänge aneignen: Nachhaltigkeitsstudiengänge, Agronomie, Lebensmitteltechnologie, Umwelttechnik, etc.
Es gibt immer wieder mal die Möglichkeit bei uns ein 6-monatiges Praktikum zu absolvieren. Unser Team kümmert sich immer um mögliche Anschlusslösungen, sofern dies gewünscht und natürlich auch machbar ist.
Des Weiteren unterstützt uns jeweils ein:e Werkstudent:in, welche:r sich gerade im Studium befindet und mindestens 20% Kapazität hat unter der Woche.
Klassische Einstiegsstellen in die Nachhaltigkeit sind aber auch Beratungsunternehmen, welche mittlerweile fundierte Nachhaltigkeitsberatungen anbieten können, aber auch Label- und Branchenorganisationen.
Einerseits ist einer der erwähnten Studiengänge oben stark zu empfehlen und andererseits sind Fähigkeiten wie komplexes Denken, Projektmanagement / Organisationsaffin und Freude am konstanten Austausch / Diskussionen mit Menschen essenziell.
Die Nachhaltigkeit selbst umfasst die klassischen drei Säulen (Umwelt, Ökonomie, Gesellschaft) und innerhalb dieser gibt es nochmals eine Unweite an Themen, welche bearbeitet werden können. Entsprechend sind die Entwicklungsmöglichkeiten gross und reichen von hochspezialisierten Fachexpert:innen bis zu Führungspersonen von Nachhaltigkeitsteams.
Wir bearbeiten die gesamte Fülle an Nachhaltigkeitsthemen – dies reicht von Food Waste, Kreislaufwirtschaft, Plastik & Verpackungen, Klima, kritische Rohstoffe, Tierwohl bis zu unserem gesellschaftlichen Engagement. Mehr dazu findet man auch auf unserer Nachhaltigkeitshomepage «Taten statt Worte».
Wir verspürten durchaus eine gewisse Verlagerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten von der operativen in die berichtende / administrative Nachhaltigkeit. Durch die neuen Regulierungen entsteht einerseits die positive Wirkung, dass die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie -prozesse standardisiert werden und gleichzeitig führt dies zu einem erhöhten Dokumentationsaufwand.
Bring viel Geduld mit, auch wenn die Nachhaltigkeitsthemen besser gestern als morgen bereits gelöst wären. Bei Coop arbeitet man in einem grossen Konzern, bei welchem die Prozesse zwar schlank sind, jedoch Veränderungen jeweils gut überlegt sein sollten. Baby-Steps sind entsprechend bereits als Erfolge zu feiern, denn wenn bei Coop zu etwas «Ja» gesagt wird, dann können auch die kleinen Schritte bereits eine grosse Wirkung erzielen.